«Weg mit der Verbandsbeschwerde», 18.4.05
An der Ostschweizer Seilbahntagung wurde ein Grund für den desolaten Zustand vieler Bahnen gesucht. Die Lösung von Leo Jeker, Direktor der Bergbahnen Savognin: «Das Verbandsbeschwerderecht muss weg.» Denn weil die Schweizer Umweltorganisationen es so ernst mit den Gesetzen nehmen, kommt der Bau viel zu teuer. Jekers Aussage ist gleich dreifach absurd:
- Keine andere Klägergruppe hat so oft Erfolg bei Beschwerden wie die Umweltverbände mit dem Verbandsbeschwerderecht. Pro Natura St. Gallen-Appenzell etwa machte von 2000 bis 2004 53 Einsprachen, von denen der Verband drei Fälle verlor.
- Die Probleme der Seilbähnler sind hausgemacht: Für Überkapazitäten und unattraktive Bahnen müssen sie sich schon selbst an der Nase nehmen.
- Ohne intakte Umwelt haben die Schweizer Seilbahnen ausgegondelt. Nicht zuletzt die Umweltverbände sorgen dafür, dass die touristische Nutzung in den Alpen nicht die Landschaft als ihr Kapital vernichtet.